Essstörungen

Essstörungen sind durch eine krankhafte Beschäftigung mit der Ernährung und ein auffälliges Essverhalten gekennzeichnet. Essstörrungen werden in Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Binge Eating Störung sowie atypische Essstörungen eingeteilt.

Symptome

Anorexia nervosa: Die Betroffenen essen sehr wenig (restriktives Essverhalten). Es kann aber auch vorkommen, dass sie normal essen und danach erbrechen oder andere Massnahmen zur Gewichtsreduktion anwenden. Obwohl die Erkrankten untergewichtig sind, nehmen sie ihren eigenen Körper als normal oder zu dick wahr. Die Angst zuzunehmen ist bei den Betroffenen sehr stark und deshalb betreiben manche zudem exzessiven Sport.

Bulimia nervosa: Typisch bei Bulimia nervosa sind wiederholte Essanfälle, gefolgt von Erbrechen (oder von anderen Massnahmen). Obwohl die Betroffenen normalgewichtig sind, beschäftigen sie sich extrem mit ihrer Körperfigur.

Binge Eating Störung: Die Betroffenen leiden an wiederholten Essanfällen (to binge = fressen), wobei ein Essanfall durch Kontrollverlust während des Essens gekennzeichnet ist. Menschen mit dieser Diagnose sind in der Regel normal- oder übergewichtig. 

Atypische Essstörungen: In diese Gruppe fallen alle Essstörungen, die sich nicht in den oben genannten Kategorien einordnen lassen, z.B. Essen und Spucken von Nahrung. 

Beratung und Therapie

Das Zentrum für Essstörungen (ZES) informiert und berät bei allen oben genannten Formen von Essstörungen. Unsere Behandlungen sind störungsspezifisch und individuell angepasst. Je nach Schweregrad der Erkrankung und Vorstellungen der Betroffenen bietet das ZES multimodale Therapien mit verschiedenen Behandlungsintensitäten an. Die Psychotherapie wird durch andere Disziplinen, wie z. B. Ernährungsberatung und Körpertherapie ergänzt (siehe Angebot). 

Kooperation

Die zahlreichen körperlichen Auswirkungen, welche die Essstörungen oft begleiten, müssen innerhalb eines multidisziplinären Teams angegangen werden. Die Betroffenen werden daher oft zusammen mit Fachärztinnen und Fachärzten der Inneren Medizin, Rheumatologie, Gastroenterologie, Endokrinologie, Gynäkologischen Endokrinologie, Viszeral Chirurgie behandelt. Da Essstörungen oft in der Jugend beginnen, pflegen wir eine enge Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jungendpsychiatrie sowie Pädiatrie. Wir sind lokal, national sowie international hinsichtlich klinischer und wissenschaftlicher Fragestellungen mit Fachpersonen und Fachzentren vernetzt.

Spezialsprechstunde für Essstörungen

Als erstes findet eine umfassende Abklärung der Essstörungen und den damit verbundenen seelischen und körperlichen Begleiterscheinungen statt. Nach einer eigehenden Beurteilung und Beratung - je nach Schweregrad der Erkrankung und individueller Situation - werden unterschiedliche Therapieformen angeboten und angewendet.

Das Therapeutenteam arbeitet vorwiegend nach verhaltenstherapeutischen (das Essverhalten und die damit verbundene Gefühle analysieren, um die Voraussetzungen für Änderungen zu schaffen) und/oder systemischen (Angehörige werden miteinbezogen) Ansätzen. Biographische Zusammenhänge mit dem Essproblem können ebenfalls berücksichtigt werden. Eine individuelle Ernährungsberatung ist oft Teil der Behandlung.

An einem von einer Ernährungsberaterin betreuten Mittagstisch ist es möglich, in der Praxis zu erfahren, wie eine ausgewogene Mahlzeit zusammengesetzt sein sollte und andererseits wie deren Portionengrösse in etwa aussehen sollten.

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Spezialsprechstunde für Sportpsychiatrie und -Psychotherapie

Fachübergreifend bieten wir eine spezialisierte psychiatrisch-psychotherapeutische Abklärung, Beratung und Behandlung für Leistungs-Sportlerinnen und –Sportler an, die an einem Essproblem und/oder einer Sportsucht, -Abhängigkeit leiden.

 

Ambulantes Multimodales Therapieprogramm (AMP)

Das AMP ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Essstörung unter Berücksichtigung und Aufrechterhaltung der bisherigen Alltagsintegration. Das Angebot richtet sich an Patientinnen und Patienten, welche an Anorexia nervosa oder Bulimia nervosa leiden. Zu beachten ist, dass das AMP für schweruntergewichtige Menschen nicht geeignet ist (schweres Untergewicht: BMI 16 oder kleiner).

Das AMP ist für Patientinnen und Patienten gedacht, für welche eine klassische ambulante Therapie nicht ausreicht, die jedoch keinen stationären Rahmen möchten, da sie nicht aus ihrem sozialen Umfeld heraus wollen bzw. können. Weiter bietet das AMP im Anschluss an die stationäre Behandlung einen idealen Übergang in den Alltag. Das AMP findet am Montag, Dienstag und Donnerstag jeweils am Nachmittag und teilweise auch am Mittag und Abend statt. Das Wochenprogramm kann an die individuelle Situation angepasst und zusammengestellt werden: Einzeltherapie, Gesprächsgruppen, Ernährungsberatung, Körpertherapie und praxisorientierte Elemente wie begleitete Mahlzeiten, auswärtige Mittagessen, Essplanung für zu Hause und Kochen.

Der Bezug zum Alltag ist während des AMP von zentraler Bedeutung. Durch die intensive individuelle Begleitung soll schrittweise das Gelernte im Alltag bzw. zu Hause umgesetzt werden. Diese intensive Auseinandersetzung soll zu Veränderungen von essstörungsspezifischen Gedanken und Verhalten führen.

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Stationäres Multimodales Programm (SMP)

Die Entscheidung für eine stationäre Therapie ist ein ungewohnter und tiefgreifender Schritt.
Erwartungen, Ängste, Skepsis, aber auch etwas Neugier gehören dazu. Diese intensive Therapie bietet Ihnen die Möglichkeit, erste wichtige Schritte aus den aktuellen Lebens-schwierigkeiten zu wagen. Ein dichtes therapeutisches Programm hilft Ihnen dabei, sich nicht mehr alleine, sondern im Zusammenleben mit anderen Menschen, welche auch unter einer Essstörung leiden, Klarheit zu verschaffen und untaugliche Lösungsversuche sowie Verhaltensweisen zu hinterfragen und zu modifizieren.

Die Abteilung bietet Platz für zwölf Personen. Das Angebot richtet sich hauptsächlich an Patientinnen und Patienten, welche an Anorexia nervosa oder Bulimia nervosa leiden. Das Therapieprogramm der Station ist in eine milieutherapeutische Gemeinschaft eingebettet und besteht aus verschiedenen Phasen. Der strukturierte Alltag wird von den Patientinnen und Patienten zusammen mit einem sehr erfahrenen Team gestaltet. Auch somatisch komplexe Krankheitsbilder können durch interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Spezialisten des Universitätsspitals adäquat angegangen werden.
Unsere Behandlungen sind flexibel, praxisbezogen und berücksichtigen die individuelle Situation des Einzelnen.

Information zum stationären multimodalen Programm (SMP)

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Geleitete Gruppe für Angehörige

Essstörungen (v. a. Anorexia nervosa oder Bulimia nervosa) haben nicht nur für die Betroffenen, sondern oft auch für ihre Partner und Familien massive Auswirkungen und können zu einer enormen Belastung von nahen Bezugspersonen führen.

Die allermeisten Angehörigen möchten den Betroffenen helfen. Oft ist es aber nicht einfach herauszufinden, was wirklich hilft und was – trotz guter Absicht - bei den Betroffenen mehr Ablehnung oder Verstärkung des Krankheitsverhaltens auslöst. Aus diesem Grund bieten wir den Angehörigen unserer Patientinnen und Patienten die Möglichkeit des gegenseitigen Austausches mit „Gleichbetroffenen" an. Im Zentrum stehen das Ermöglichen eines besseren Verständnisses dieser doch sehr komplexen Störung sowie das gemeinsame Suchen von möglichst hilfreichen Strategien für Angehörige und Betroffene im Umgang mit der Erkrankung.

Einladung an Angehörige von Patientinnen und Patienten des Zentrums für Essstörungen (PDF)


 

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Weitere Informationen

Informationsabende 2016 Zentrum für Essstörungen (PDF)
Informationsbroschüre Zentrum für Essstörungen (PDF)
Newsletter 2012 (PDF)
Newsletter 2010 (PDF)

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